Kollision.

Das hätte auch anders ausgehen können.

Wie jeden Morgen radelte ich am Dienstag gerade die Vorfahrtsstraße entlang, die mich zu meinem Arbeitsplatz führt. In der Gegenrichtung war viel Berufsverkehr, rechts sah ich einen roten Transporter stehen, der nach links abbiegen wollte. Als ich näher kam, wurde mir bewusst, dass er losfuhr und zwar ohne auf mich zu achten! Ich bremste noch, so gut das bei der Nässe ging, doch ich konnte nicht verhindern, dass mich der Transporter anfuhr. Im Moment des Fallens sah ich seine Motorhaube und rechnete schon damit, überrollt zu werden. Doch zum Glück bremste der Fahrer sofort und ich rappelte mich wieder auf. Er sprang augenblicklich aus dem Fahrzeug und half mir – wir beide waren total erschrocken über das gerade Geschehene.

Zum Glück kam ich mit ein paar fiesen Prellungen davon, mein Knie wurde geröntgt, aber zum Glück war alles heil. Nun war ich also auch mal beim „Durchgangsarzt“, ein Wort, das ich ja noch nie verstanden habe, da es sich ja um einen Wegeunfall handelte. Im Kleinstadt-Krankenhaus ging alles angenehm schnell und ich musste nicht lang warten. Der Arzt schrieb mich für zwei Tage krank, ich fuhr (ohne Fahrrad!) nach Hause und hievte mich auf die Couch.

Ich bin ja kein Mensch, der große Ängste hat. Aber in der Situation wurde mir die eigene Endlichkeit schon sehr bewusst. Das hätte wirklich auch anders ausgehen können. Der Transporter hätte schneller beschleunigen oder weiterfahren können, statt sofort stehenzubleiben. Ich hätte auf den Kopf fallen können. Hinter mir hätte ein Auto kommen und mich überrollen können, ich hätte auf der Gegenspur landen können, oder… zu viel ausmalen sollte man sich da wohl nicht.

Wie sagte eine Kollegin: Die Großhirnlappen sagen einem, dass alles gut gegangen ist, dass man mit blauen Flecken davongekommen ist, aber emotional muss man das dennoch erst einmal verarbeiten. So war ich ganz froh über die zwei Tage Krankschreibung, denn das Ganze steckte mir in jeder Hinsicht in den Knochen.

Der Unfallverursacher brachte mir am Donnerstag Blumen, Wein und Pralinen, das war eine wirklich sehr nette Geste, über die ich mich sehr gefreut habe. Ich hatte ihn von Anfang an auch eher als „Opfer“ der Situation wahrgenommen, der sicherlich genauso geschockt wie ich war. Ihm hatte nämlich jemand aus dem Gegenverkehr reinlassen wollen und signalisiert, er könne fahren. Mich hatte er schlicht übersehen. Wir waren beide wirklich dankbar, dass das so glimpflich abgelaufen ist.
Aufs Fahrrad habe ich mich seither noch nicht wieder gesetzt, aber auch zu Fuß schon festgestellt, dass ich vorsichtiger im Straßenverkehr bin. Und auf meinen Weihnachtswunschzettel kommt besser nun endlich mal ein Fahrradhelm!

 

27 Kommentare

  1. Da hast du aber einen sehr aufmerksamen Schutzengel gehabt. Leider gerät man als Radfahrer sehr oft in solche Situationen Ich wünsch dir gute Besserung.

  2. Auweia, sowas braucht aber wirklich kein Mensch! Aber wenn das Ergebnis ist, dass du dir endlich einen Fahrradhelm anziehst, hat es ja sogar noch was Gutes! Ich wünsch dir in jeder Hinsicht gute Erholung! Liebe Grüße!

  3. Also eigentlich mag ichs ja bunt…aber nicht so wie auf deinem Bild. Gott sei Dank ist nichts schlimmeres passiert! Das muss man erst mal gedanklich verarbeiten…man bewegt sich dann auch wieder viel bewusster durch den Straßenverkehr. Gute Besserung!!

  4. Ich hatte nur einmal als Teenager einen kleinen Schubser, ohne achtbare blaue Flecken. Aber das war schon jede Menge Adrenalin danach. Gutte Besserung! Noch ein Glück, dass nicht mehr passiert ist.

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